Tipps zur Ernährung bei Diabetes
Die wichtigste Grundlage der Therapie eines Diabetes ist die Schulung des Patienten und seiner Angehörigen. Diabetiker, die Insulin benötigen (insulinpflichtige Diabetiker, meist Typ-1-Diabetiker), müssen ihre Ernährungsweise exakt auf die verabreichte Insulinmenge oder die Insulinmenge auf ihre Ernährung abstimmen.
Da Diabetes Typ-2 in erster Linie auf Übergewicht zurückzuführen ist, muss zur Therapie in erster Linie das Körpergewicht reduziert und der Alltag mobiler gestaltet werden.
Mittlerweile ist bekannt, dass Diabetes keine reine Zuckerkrankheit ist, sondern mit Störungen des Fett- und Eiweißstoffwechsels einhergeht. Daher sind individuelle Ernährungspläne und ausreichend Bewegung (mind. 30 Minuten pro Tag) zur Gewichtsabnahme notwendig. Zudem müssen besonders Blutfett, Blutdruck und Körpergewicht im Auge behalten werden.
In der Therapie sollen normale Blutzuckerwerte, optimierte Blutfettwerte, normaler Blutdruck und ein normales Körpergewicht erreicht werden.
Durch die Bewegung verbessert sich die Insulin-Aufnahmefähigkeit der Körperzellen, wodurch das körpereigene Insulin wieder besser wirkt.
Eine medikamentöse Therapie ist dabei erst nach Ausschöpfung dieser Maßnahmen angezeigt.
In der Vergangenheit wurden spezielle für Diabetiker hergestellte Lebensmittel empfohlen. Bei diesen wird der Zucker unter anderem gegen Fructose ausgetauscht. Diese Produkte tragen die Aufschrift „Für Diabetiker geeignet“. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) informiert, dass die Empfehlung zum Verzehr spezieller Diabetikerprodukte, bei denen Zucker durch Zuckeraustauschstoffe ersetzt wurden, überholt und unbegründet sei. Diese Produkte enthalten meist mehr Kalorien und Fett als die normalen Vergleichsprodukte und werden aufgrund einer Änderung in der Diabetikerverordnung in Zukunft nicht mehr erlaubt sein. Für Diabetiker wird viel mehr eine gesunde Vollwertkost mit Vollkornprodukten, viel Gemüse und Obst sowie ausreichend Bewegung empfohlen.
Diabetologen oder Ernährungsberater helfen Ihnen, die Ernährung langfristig auf eine ausgewogene Kost umzustellen.
Küchentipps
- Essen Sie ausgewogen und abwechslungsreich und bevorzugen Sie Vollkornprodukte, die Ballaststoffe enthalten.
- Essen Sie viel Obst und Gemüse. Das liefert wichtige Vitamine und Mineralstoffe, macht satt und hilft beim Abnehmen.
- Fettarme Milch- und Milchprodukte sollten wichtige Bestandteile Ihres Speiseplans werden.
- Nutzen Sie zum Kochen und Braten pflanzliche Öle statt gehärteter Margarine. So tun Sie etwas für Ihre Blutfettwerte und es schmeckt.
- Achten Sie darauf, dass Sie genügend trinken (Wasser, Kräuter- und Früchtetee).
- Wenn Sie Insulin spritzen, vor dem Sport noch einen kleinen Snack oder einen Müsliriegel essen. Das verhindert die Unterzuckerung bei der körperlichen Anstrengung.Süßigkeiten und Alkohol sollten Sie nur in Maßen genießen.
- Zu viel Salz im Essen hat negative Auswirkungen auf den Blutdruck. Würzen Sie also mit Kräutern – ob frisch, gefroren oder getrocknet, die Auswahl lässt keine Wünsche übrig.
- Essen ist Genuss und bereitet Spaß. Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Mahlzeiten und kauen Sie gründlich. Das hält auch länger satt.
Auf Reisen
Wenn Sie auf Ihrer Reise Insulin dabei haben und spritzen müssen, sind auch Informationen in der entsprechenden Sprache wichtig, wie der Diabetikerausweis. Nehmen Sie ausreichend Insulin für Ihre Reise mit.
Für den Fall der Unterzuckerung tragen Sie Traubenzucker, Snacks oder Riegel im Handgepäck mit sich.
Informieren Sie sich vorher über die Möglichkeiten vor Ort. Achten Sie auch in fremden Ländern darauf, sich ausgewogen zu ernähren. Essen Sie regelmäßig und trinken Sie genug. Am Buffet können Sie Ihre Speisen individuell wählen. Auch auf Reisen sollten Sie Alkohol nur vorsichtig und in Maßen genießen.
Auch auf Reisen ist es hilfreich Vertraute dabei zu haben, die im Notfall Hilfe holen können.
Im Job
Wenn Sie Insulin spritzen müssen und im Job Kollegen haben denen Sie vertrauen, weihen Sie sie ein. Im Notfall kann so schnell geholfen werden.
Nehmen Sie immer Traubenzucker mit. Dieser wirkt bei drohender Unterzuckerung schnell. Achten Sie auch im Job darauf ausgewogen und regelmäßig zu essen und ausreichend zu trinken. Greifen Sie im Restaurant oder der Kantine zu Salaten oder vollwertigen Alternative.
Mit Kindern
Erklären Sie Ihrem Kind die Erkrankung. Wenn das Kind alt genug ist und es möchte, können auch Freunde informiert werden, damit sie nicht erschrecken, wenn ihr Freund/ihre Freundin plötzlich wackelig auf den Beinen ist. Eingeweihte Freunde können im Notfall Erwachsene besser informieren oder helfen.
Personen, die regelmäßig mit Ihrem Kind zu tun haben, wie zum Beispiel Verwandte, sollten Bescheid wissen, um im Zweifel schnell reagieren zu können.
Eltern dienen als Vorbild für Ihre Kinder. Wenn Sie mit gutem Beispiel vorangehen und gesundes Essen vorleben, dann wird es auch Ihrem Kind leichter fallen.
Sorgen Sie für entsprechend Bewegung für Ihr Kind. Dabei sollte jedoch eine Unterzuckerung vermieden werden.
Leben Sie den vernünftigen Umgang mit Süßigkeiten vor – Süßigkeiten sollten nicht strikt verboten aber auch nicht gehortet werden.
Kita und Schule
Informieren Sie Erzieher und Lehrer. Ihr Kind benötigt jedoch keine übertriebene Fürsorge, nur etwas Wachsamkeit (Geben Sie Informationsmaterial und Telefonnummern für den Notfall mit).
Vor dem Sport sollte noch mal eine Kleinigkeit (Riegel, Snack) gegessen werden, damit es nicht zu einer Unterzuckerung durch die körperliche Anstrengung kommt.
Für den Fall einer Unterzuckerung sollte Ihr Kind Traubenzucker oder Saft parat haben. Packen Sie Ihrem Kind einen Imbiss ein. Ideal ist Brot, etwas Obst, Gemüsestreifen, ein Joghurt – eine leckere und gesunde Mischung.
Ihr Kind sollte nur den Imbiss essen, den Sie ihm mitgegeben haben. Schließlich wurde das Insulin darauf abgestimmt. Doch was tun, wenn ein Spiel- oder Klassenkamerad Geburtstag hat? Bitten Sie die Erzieher oder Lehrer, Sie darüber zu informieren. So können Sie am Abend zu hohe Blutzuckerwerte wieder ausgleichen. Wenn Sie die Geburtstage im Voraus wissen, können Sie sich auch mit den jeweiligen Eltern abstimmen.
