Tipps für eine laktosefreie Ernährung

Wenn bei Ihnen eine Laktoseintoleranz diagnostiziert wurde, sollte die Ernährung auf laktosereduzierte bzw. laktosefreie Lebensmittel umgestellt werden. Je nach Schweregrad und Verlauf der Erkrankung reicht das Spektrum vom Verzicht größerer Mengen Trinkmilch, Joghurt und Sahne bis zur völligen Ausschaltung des Konsums von laktosehaltigen Produkten. Ein kompletter Verzicht auf Laktose, auch von Spuren in Tabletten oder Gewürzmischungen, ist in den seltensten Fällen notwendig. Da die Verträglichkeit von Laktose bei jedem Betroffenen individuell ist, sollte nach einer Phase ohne laktosehaltige Lebensmittel langsam und in kleinen Mengen ausgetestet werden, wie viel Laktose Sie vertragen.

Getränke auf Soja- oder Getreidebasis (zum Beispiel Hafer- oder Reismilch) können als Milchersatz dienen. Allerdings sind Produkte auf Sojabasis nicht für Säuglinge oder sehr kleine Kinder geeignet. Wer sehr empfindlich ist bzw. keinerlei Laktaseproduktion mehr hat, muss selbst auf kleinste Mengen Lakose achten und eine laktosefreie Ernährung einhalten. Als Ersatz für Milch können Sie je nach Geschmack auch Mandel- oder Kokosmilch verwenden.

Viele Lebensmittel sind von Natur aus laktosefrei und damit unbedenklich: Fruchtsäfte, Mineralwasser, Tee, Kaffee, frisches Obst und Gemüse, Hülsenfrüchte, Nüsse, Getreide und Getreideflocken, Kartoffeln, Reis und Nudeln, Fleisch und Fisch, Eier, Honig und frische Kräuter.

Mittlerweile bietet der Handel ein umfangreiches Sortiment an laktosefreier Milch und Milchprodukten, womit die Hersteller auf den steigenden Anteil an Betroffenen reagieren.

Gut vertragen werden außerdem häufig gut gereifte Käsesorten, die nahezu keine Laktose mehr enthalten, da der Milchzucker bei der Käseherstellung durch Fermentation weitgehend abgebaut wird.

Auch Sauermilchprodukte wie Joghurt und Kefir, in dem die Milchsäurebakterien die enthaltene Laktose bereits teilweise abgebaut haben, werden meist gut vertragen. Durch Käse und Sauermilchprodukte kann dann ein Teil des Kalziumbedarfs gedeckt werden.

Als laktosefreier Brotbelag eignen sich zudem:

  • Marmelade, Honig, Zuckerrübensirup, Melasse, Apfelkraut, Birnenkraut
  • Mandelmus, Sesammus, Nussmus
  • Pflaumenmus, Apfelmus Gemüse (z. B. Gurke, Paprika, Tomaten)
  • vegetarische Brotaufstriche
  • kalter Braten, Roastbeef, Corned Beef
  • Fisch
  • Rührei, gekochtes Ei, Spiegelei
  • Tofupastete

Viele Hersteller bieten auch Produkte wie Kekse, Mehlmischungen, Eis und Schokolade in einer laktosefreien Version an.

Zum Braten oder Backen kann statt Butter oder Margarine folgender Ersatz genommen werden:

  • Margarine und Butter, laktosefrei
  • Butterschmalz
  • naturreine Pflanzenöle

Des Weiteren besteht die Möglichkeit, Laktase (das fehlende Enzym) in Form von Tabletten einzunehmen. So hat man unterwegs eventuell mal die Chance ein Eis zu essen oder einen Milchkaffee zu trinken.

Laktosefrei Einkaufen

  • Achten Sie genau auf das Zutatenverzeichnis. Die sogenannten 14 Hauptallergene, darunter auch Laktose,  müssen immer auf dem Etikett stehen, auch wenn nur kleinste Mengen davon als Zutat verwendet wurden.
  • Lesen Sie das Zutatenverzeichnis immer,
    denn die Hersteller können die Zusammensetzung ihrer Produkte jederzeit verändern. Im Zweifelsfall direkt beim Hersteller nachfragen.
  • Essen Sie für einen ausreichend gedeckten Kalziumbedarf vermehrt kalziumreiche Lebensmittel wie Nüsse, Vollkornprodukte, Sojaprodukte, Hülsenfrüchte. Auch Gemüse wie Grünkohl, Fenchel, Spinat oder Brokkoli liefern Kalzium.
  • Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung, die alle Nährstoffe ausreichend abdeckt. Trinken Sie kalziumhaltiges Mineralwasser oder Leitungswasser. Ein Mineralwasser darf die Bezeichnung "kalziumhaltig" tragen, wenn es mind. 150 mg Kalzium pro Liter enthält.
  • Auch Säfte, die mit Kalzium und Vitamin D angereichert sind, können helfen, den Mangel aus fehlenden Milchprodukten auszugleichen. Der Körper benötigt das Vitamin D, um Kalzium aufzunehmen und in die Knochen einzubauen.
  • In manchen Fällen ist auch die Einnahme von Kalzium in Form von Brausetabletten oder Kapseln notwendig. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder einer/einem Ernährungsberater/in, ob eine Zufuhr von Kalziumpräparaten bei Ihnen ratsam ist.

Auf Reisen

Verzichten Sie nicht aufs Reisen. Es gibt viele Möglichkeiten, trotz Laktoseintoleranz auf Reisen im In- oder Ausland zu essen. Sprechen Sie im Vorfeld der Reise mit der Fluggesellschaft über das Essen an Bord. Viele bieten mittlerweile Menüs für Reisende mit Lebensmittelallergien oder -unverträglichkeiten an.

Spezielle Hotels wie zum Beispiel die Familotels in Deutschland, Österreich, Schweiz und Italien bieten auch für Allergiker ein leckeres Essen im Urlaub. Informieren Sie das Personal bei der Buchung der Reise oder bei der Anmeldung über die Laktoseintoleranz.

Am Buffet können Sie nach Herzenslust zugreifen bei unpaniertem Fleisch, Fisch oder Gemüse, bei Reis, Nudeln oder Kartoffeln (ohne Soße), an der Salattheke und bei Obst.

In vielen Ländern ist die Auswahl an laktosefreien Lebensmitteln im Supermarkt groß, denn zum Beispiel im asiatischen Raum ist es der Regelfall, dass die Bevölkerung keine Laktose verträgt.

Bei Unsicherheit sollten Sie immer Laktase-Tabletten mit sich führen, die im Zweifelsfall zum Essen eingenommen werden können oder den Küchenchef befragen.

Im Job

Informieren Sie sich bei fertigen Produkten genau, welche Lebensmittel Sie essen können und in welchen vielleicht Laktose enthalten sein könnte.

Wenn Sie nicht auf Milch oder Milchprodukte verzichten möchten, deponieren Sie sich laktosefreie Milchprodukte im Bürokühlschrank – so wird auch der Kaffee oder das Müsli ein Genuss. Als Zwischensnack eignen sich natürlich Obst und Gemüse. Zum Kaffee am Nachmittag gibt es eine große Vielfalt an laktosefreiem Gebäck von 3 PAULY.

Kochen Sie zu Hause etwas vor, das Sie im Büro aufwärmen können oder nehmen Sie sich einen selbst zubereiteten Salat mit. Damit gehen Sie auf Nummer sicher. Wenn Sie eine Kantine haben, sprechen Sie bei Unklarheiten mit dem Koch und fragen nach laktosefreien Alternativen. Vorsicht bei Desserts mit Milchbestandteilen. Auch fertige Soßen und Paniertes sollten Sie meiden.

An der Salattheke, bei nicht paniertem Fleisch, Fisch und Gemüse oder bei Nudeln und Reis (ohne Soßen) können Sie nach Herzenslust zugreifen.

Mit Kindern

Milch und Milchprodukte sind wegen des Kalziumgehalts sehr wichtig für Kinder in der Wachstumsphase. Besonders Knochen,  Zähne, Muskeln, Nerven und Hormone benötigen diesen Mineralstoff, um gut zu funktionieren. Daher ist eine ausreichende Kalziumzufuhr bei einer Laktoseintoleranz besonders wichtig.

Da die Verträglichkeit von Laktose bei jedem Betroffenen individuell ist, sollte nach einer Phase ohne laktosehaltige Lebensmittel langsam und in kleinen Mengen ausgetestet werden, wie viel Laktose ihr Kind verträgt.

Binden Sie alle Lebensmittel, die Kalzium enthalten, in Ihren Speisplan mit ein. Besonders lang gereifter Käse oder Sauermilchprodukte wie Joghurt sind für viele Betroffene kein Problem. Laktosefreie Milchprodukte und kalziumhaltiges Gemüse wie Spinat, Petersilie oder Brokkoli oder auch Nüsse und Sesam sind zudem gute Kalziumquellen. Unternehmen Sie viel mit Ihrem Kind an der frischen Luft. Um das Kalzium einzulagern braucht der Körper Vitamin D, welches besonders durch Sonnenlicht gebildet wird.

Fragen Sie den Arzt, ob eine Ergänzung mit Kalziumpräparaten und Vitamin D für das Kind sinnvoll und nötig ist.

Kita und Schule

Kindern und Jugendlichen kann es natürlich unangenehm sein, wenn sie einen Sonderstatus in ihrer Schulklasse oder ihrem Freundeskreis einnehmen, weil sie bestimmte Dinge nicht essen können. Binden Sie daher die Freunde frühzeitig mit ein. Kochen und backen Sie gemeinsam mit ihrem Kind und zeigen Sie ihm die vielen Alternativen auf. So muss sich kein Kind mehr ausgegrenzt fühlen.

Sprechen Sie mit Erziehern und Lehrern und informieren Sie diese genau über die Laktoseintoleranz. Gemeinsam finden Sie Wege, um Ihrem Kind auch im Kindergarten oder der Schule einen unbeschwerten Genuss zu ermöglichen.

Wenn die Möglichkeit für ein laktosefreies Frühstück oder Mittagessen nicht  besteht, geben Sie Ihrem Kind etwas mit. Fragen Sie Lehrer oder Erzieher, ob Sie laktosefreie Milch oder Milchprodukte z. B. für das Müsli im Kühlschrank aufbewahren dürfen.

Für unvorhergesehene Situationen können Sie einfach kleine Naschereien wie laktosefreie Kekse oder laktosefreien Joghurt in Kita oder Schule deponieren.