Tipps für eine glutenfreie Ernährung
Stellen Sie Ihre Ernährung nach der eindeutigen Diagnose komplett auf glutenfreie Lebensmittel um. Nur durch das konsequente Weglassen des Klebereiweißes Gluten können die schädigenden Prozesse im Darm gestoppt werden. Neben der glutenfreien Ernährung empfehlen wir Zöliakie-Betroffenen eine ausgewogene Mischkost mit viel Obst und Gemüse. Um die Versorgung mit Ballaststoffen, B-Vitaminen, Eisen und Folsäure sicherzustellen, sollten sie auf glutenfreie Getreide und Pseudogetreide wie zum Beispiel Teff, Buchweizen, Mais oder Reis zurückgreifen.
Viele Lebensmittel sind von Natur aus glutenfrei und unbedenklich. Dazu gehören beispielsweise Mais, Reis, Kartoffeln, Soja, Buchweizen, Tapioka, Teff, Hülsenfrüchte, Kastanien, Obst und Gemüse, Milch und Milchprodukte, Fleisch, Fisch, Eier, pflanzliche Öle, Johannisbrotkernmehl, Guarkernmehl und Agar-Agar.
Zudem gibt es eine Vielzahl an Produkten wie Brot, Mehl, Nudeln, Kekse, Snacks oder Müslis, die speziell für Menschen mit Zöliakie hergestellt werden. Hier werden ausschließlich glutenfreie Rohstoffe verwendet, die Rohwaren und die fertigen Produkte werden einer Glutenanalyse unterzogen und anschließend mit dem Symbol der durchgestrichenen Ähre und dem Aufdruck ‚Glutenfrei’ gekennzeichnet. Dies garantiert, dass die Produkte definitiv glutenfrei und für Zöliakiebetroffene geeignet sind. Glutenfreie Produkte sind mittlerweile fast überall erhältlich, im Reformhaus, in Drogerien, in Supermärkten und im Internet.
Unser Tipp: Wenn die ganze Familie miteinbezogen wird, gestaltet sich der Alltag leichter. Sprechen Sie auch mit Verwandten und Bekannten.
Profitieren Sie auch von den Erfahrungen anderer Betroffener. Über die Deutsche Zöliakie-Gesellschaft e. V. (DZG) bekommen Sie Kontakt zu Zöliakiebetroffenen in Ihrer Umgebung. Nutzen Sie diese Möglichkeit - so erhalten Sie für die Umstellung auf eine glutenfreie Ernährung viele wertvolle Tipps und Tricks.
Auch die Unterstützung einer allergologisch geschulten Ernährungsfachkraft hilft Ihnen bei der Ernährungsumstellung und verhindert einen Nährstoffmangel.
Glutenfrei Kochen und Backen: Einkaufs- und Küchentipps
- Nutzen Sie beim Einkaufen die Lebensmittellisten der Deutschen Zöliakiegesellschaft (DZG e. V.).
- Schaffen Sie sich Küchenutensilien in zweifacher Ausführung an (Toaster, Brotkorb, Brettchen etc.). Reinigen Sie alle Küchenutensilien gründlich und benutzen Sie farblich unterschiedlich gekennzeichnete Kochlöffel, Messer, Brotdosen, Backautomaten, Backbleche, Aufbewahrungsbehälter.
- Richten Sie in Ihrem Küchenschrank ein Fach nur für sich ein, in dem Sie Ihre glutenfreien Lebensmittel aufbewahren.
- Bei der Lebensmittelauswahl hilft die Allergenkennzeichnung: Die sogenannten 14 Hauptallergene, darunter auch Gluten, müssen grundsätzlich auf dem Etikett stehen, selbst, wenn nur kleinste Mengen davon als Zutat verwendet wurden.
- Verwenden Sie kein Wasser oder Öl, in dem vorher Speisen mit Gluten zubereitet wurden.
Auf Reisen
Nehmen Sie ausreichend Proviant für die Reise mit – gut geeignet sind Obst, belegte Brote, Gemüsesticks, glutenfreie Snacks oder Kekse. Sorgen Sie für genügend Getränke wie Wasser, Tee und Saftschorlen.
Informieren Sie sich über Restaurants und Raststätten, die glutenfreie Speisen anbieten. Besonders Tipps und Erfahrungen von anderen Betroffenen sind hier sehr hilfreich.
Mittlerweile gibt es viele Hotels, die sich auf Gäste mit Allergien und Unverträglichkeiten spezialisiert haben, zum Beispiel die Familotels. Dort gibt es neben einem glutenfreien Frühstücksbuffet auch glutenfreie Gerichte zum
Mittag- und Abendessen. Sagen Sie bei der Anmeldung bzw. Buchung der Reise einfach Bescheid, auf welche Lebensmittelallergie oder -unverträglichkeit sich das Hotel einstellen soll und Sie können einen unbeschwerten Urlaub erleben.
Viele Fluglinien bieten auf Voranmeldung einen glutenfreien Snack an Bord an. Oder vereinbaren Sie mit der Fluglinie, ob Sie Ihren Proviant für den Flug mit an Bord nehmen können.
Wenn Sie sich für Camping entschieden haben, gibt es natürlich die Möglichkeit, dass Sie sich selbst verpflegen. So können Sie im Wohnmobil in der Küche kochen oder wenn Sie zelten, auch grillen. Fleisch, Fisch, Gemüse, Reis und Kartoffeln bieten hier eine große Auswahl. Informieren Sie sich auf jeden Fall vor der Reise, wo es vor Ort Einkaufsmöglichkeiten für glutenfreie Lebensmittel gibt.
Im Job
Wenn es in der Nähe Ihres Arbeitsplatzes keine Möglichkeit für einen glutenfreien Mittagssnack gibt, bereiten Sie sich zu Hause z. B. einen leckeren Salat oder ein belegtes glutenfreies Brot zu und nehmen dies mit.
Erkundigen Sie sich nach Restaurants oder Supermärkten in der Umgebung, die glutenfreie Speisen und Produkte anbieten. Die Auswahl an speziellen Lebensmitteln für Zöliakie-Betroffene ist mittlerweile groß.
Informieren Sie sich genau, welche Lebensmittel Sie essen dürfen.
Sprechen Sie mit dem Koch im Restaurant oder in der Kantine. Hier sind die Karten der DZG mit der „Bitte an den Koch“ hilfreich. Fragen Sie nach, wenn Sie sich unsicher sind, was sich hinter dem Gericht Ihrer Wahl verbirgt.
Packen Sie sich genügend Snacks und Leckereien wie zum Beispiel Obst oder Gemüsesticks für den kleinen Hunger zwischendurch ein.
Ist die Nutzung einer Küche an Ihrem Arbeitsplatz möglich, so achten Sie darauf, dass Sie Ihre eigenen Küchenutensilien gekennzeichnet dort aufbewahren.
