Ursachen & Symptome

Ursachen

Fruchtzucker wird normalerweise gut resorbiert, das heißt, er wird durch die Darmwand gut in die Blutbahn aufgenommen. Spezielle Transporter in der Darmschleimhaut machen dies möglich. Bei einer Fructosemalabsorption (intestinale Fructoseintoleranz) ist der Transport der Fructose im Darm gestört.

Es können weniger als 25 g Fructose pro Stunde vom Körper aufgenommen werden. Der Fruchtzucker wird also nicht oder nur unvollständig resorbiert.

Daher gelangt er in tiefere Darmabschnitte und wird dort von Bakterien zu kurzkettigen Fettsäuren, Wasserstoff und Kohlendioxid abgebaut. Dies verursacht Beschwerden, die je nach aufgenommener Menge unterschiedlich sein können.

Symptome

Als Folge des Fructoseabbaus im Dickdarm können bei den Betroffenen Symptome wie Blähungen, Krämpfe, Durchfall, Übelkeit und Bauchgeräusche auftreten.

Es ist auch möglich, dass es auf Dauer zu Veränderungen der Darmflora kommt, was sich unter anderem negativ auf die dortige Produktion von Folsäure auswirken kann.

Langfristig können auch Müdigkeit, Depressionen und Gereiztheit auftreten, da die Aufnahme bestimmter Nährstoffe eingeschränkt ist.

Tritt ein Mangel an Zink als Folge der Fructoseintoleranz auf, können daraus eine erhöhte Infektanfälligkeit und eine schlechte Wundheilung resultieren.

Je nach aufgenommener Menge an Fructose und Ausprägung der Intoleranz unterscheiden sich die auftretenden Beschwerden von Fall zu Fall in Art und Stärke. Dies macht es schwierig, anhand der Fructoseintoleranzsymptome eine zuverlässige Diagnose zu stellen.

Formen

Von der intestinalen Fructoseintoleranz zu unterscheiden ist die hereditäre Fructoseintoleranz. Dabei handelt es sich um eine sehr seltene, angeborene Form der Fruchtzucker-Unverträglichkeit, die durch ein fehlendes Enzym hervorgerufen wird. Die Erkrankten müssen ihr Leben lang völlig auf Fruchtzucker in ihrer Ernährung verzichten. Im Gegensatz dazu können viele Betroffene mit intestinaler Fructoseintoleranz – je nach Ausprägung – kleine Mengen an Fruchtzucker vertragen. Außerdem besteht die Möglichkeit, durch die gleichzeitige Aufnahme von Glukose (Traubenzucker) die Fructoseaufnahme zu erleichtern, da Glukose die Aktivität des Transporterproteins erhöht. So wird Haushaltszucker (Saccharose) von vielen besser vertragen als Fruchtzucker, da Saccharosemoleküle aus je einem Molekül Glukose und Fructose zusammengesetzt sind. Auch Obstsorten, die im Verhältnis mehr Glukose als Fruktose enthalten, wie Aprikosen, Bananen oder Mandarinen, verursachen meist relativ wenige Probleme.

Diagnose

Die Fructosemalabsorption (intestinale Fructoseintoleranz) wird durch einen H2-Atemtest diagnostiziert. Hierbei muss eine Fructoselösung getrunken werden. Anschließend wird in regelmäßigen Abständen über 3 Stunden verteilt in ein Atemtest-Gerät ausgeatmet.

Bei einer Fruchtzuckerunverträglichkeit steigt der Wasserstoffgehalt in der Atemluft an. Dieser wird von den Bakterien im Dickdarm beim Verdauen der Fructose gebildet, gelangt dann in den Blutkreislauf und wird über die Lunge abgeatmet. Die Messung des Wasserstoffgehalts der Atemluft  zeigt dann, ob  Fructose im Darm resorbiert wurde oder eine Transportstörung vorliegt. Begleitend sollte ein Ernährungs-Beschwerde-Tagebuch geführt werden, das die Diagnose zusätzlich absichert.
Liegt eine Fructosemalabsorption (intestinale Fructoseintoleranz) vor, sollte auch der Verdacht einer Sorbitunverträglichkeit (Sorbit = Zuckeraustauschstoff / Zuckeralkohol) untersucht werden, da beide den gleichen Transporter im Darm nutzen.
In einigen Fällen liegt die Fruchtzuckerunverträglichkeit zusammen mit einer Lactoseintoleranz vor. Hier müssen die spezifischen Empfehlungen beachtet werden.