Ursachen & Symptome

Ursachen

Bei gesunden Menschen wird die Nahrung im Dünndarm in ihre Bestandteile zerlegt und gelangt über die Schleimhaut des Dünndarms in den Körper. Diesen Vorgang nennt man Resorption.

Dabei spielen die so genannten Darmzotten eine wichtige Rolle. Sie sehen aus wie kleine Ausstülpungen und dienen zur Oberflächenvergrößerung der Darmschleimhaut, so dass möglichst viele Nährstoffe aufgenommen und ins Blut weitergeleitet werden können.

Bei Zöliakie-Betroffenen löst das Gluten eine Entzündung im Dünndarm aus und schädigt die Schleimhaut. Die Darmzotten bilden sich je nach Schweregrad der Zöliakie entweder zum Teil oder vollständig zurück.

So können die wichtigen Nährstoffe aus der Nahrung nicht mehr richtig aufgenommen und im Körper verteilt werden. Stattdessen werden die Nährstoffe einfach wieder ausgeschieden. Es entstehen Nährstoffdefizite, die eine Reihe von Beschwerden auslösen können. Besonders groß sind Mangelerscheinungen durch die geringfügige Aufnahme der fettlöslichen Vitamine A, D, E und K, den Mineralstoffen Kalzium und Eisen, Spurenelementen sowie Fettsäuren und Eiweißen.

Symptome

Die Zöliakie kann sich vielfältig äußern. Zu den typischen Symptomen zählen beispielsweise

  • Verstopfung,
  • Blähungen,
  • Durchfall,
  • Übelkeit,
  • Erbrechen,
  • Untergewicht,
  • ein vorgewölbter Bauch,
  • Osteoporose,
  • Knochenschmerzen,
  • teigige Haut,
  • Entzündung der Mundschleimhaut,
  • Depressionen,
  • Reizbarkeit,
  • Müdigkeit,
  • Appetitlosigkeit,
  • Nährstoffmangel sowie
  • Wachstumsstörungen bei Kindern.

Das Krankheitsbild kann sehr unterschiedlich und die Symptome eher unspezifisch sein, da sie in der Regel nicht gleichzeitig auftreten.

Das führt dazu, dass die Zöliakie oft nicht sofort erkannt wird. Falls die Erkrankung zu spät erkannt oder nicht mit einer glutenfreien Ernährung behandelt wird, können sich Mangelerscheinungen und chronische Infektionskrankheiten entwickeln, die eine Schwächung des gesamten Organismus zur Folge haben.

Auftreten der Zöliakie

Typische Zöliakie

Schon im ersten Lebensjahr zeigt sich diese Form der Zöliakie nach Beginn der Gabe von Beikost mit den typischen Symptomen wie Durchfall, Gedeihstörungen, aufgeblähtem Bauch und Übelkeit.

Atypische Zöliakie

Diese Form der Zöliakie tritt oft erst im Erwachsenenalter auf und zeigt meist eher unspezifische Symptome wie Eisenmangel, Müdigkeit, Depressionen oder Osteoporose.

Silente Zöliakie

Diese Betroffenen haben kaum oder gar keine Symptome. Die Zöliakie wird durch eine Blutuntersuchung mit Nachweis der Antikörper erkannt. Die Darmzotten haben sich bereits zurückgebildet.

Latente Zöliakie

Bei der latenten Zöliakie zeigen sich keine Symptome, jedoch sind Antikörper im Blut nachweisbar. Die Darmzotten haben sich noch nicht zurückgebildet.

Diagnose

Besteht der Verdacht auf Zöliakie, sollte zunächst ein Bluttest (IgA Antikörper Transglutaminase) gemacht werden.

Wenn Antikörper gegen das Reserveeiweiß Gliadin im Blut nachweisbar sind, ist zur endgültigen Absicherung der Diagnose eine Dünndarmspiegelung mit Entnahme einer Gewebeprobe notwendig. Diese Methoden sind derzeit die einzigen sinnvollen Möglichkeiten, eine Zöliakie sicher zu diagnostizieren.

Bei einer gesicherten Diagnose muss eine glutenfreie Ernährung eingehalten werden. Für die Betroffenen ist dies die einzige sichere Therapieform. Bei Einhaltung der glutenfreien Diät regenerieren sich die Darmzotten wieder und die Symptome lassen nach. Die Nährstoffe werden wieder besser vom Körper aufgenommen und das allgemeine Wohlbefinden verbessert sich.

Schon geringe Mengen Gluten können die Darmwand wieder schädigen. Die Empfindlichkeit gegen Gluten und die Intensität der Symptome sind dabei individuell verschieden. Bei einigen Menschen zeigen sich kaum Symptome, wenn versehentlich glutenhaltige Speisen gegessen wurden. Andere reagieren selbst auf geringste Spuren von Gluten mit einer ausgeprägten Symptomatik. Da die Vielfalt an glutenfreien Lebensmitteln im Handel mittlerweile groß ist, kann dies die Umstellung unterstützen.

Weitere Infos erhalten Sie bei folgenden Fachorganisationen:

DZG Deutsche Zöliakie Gesellschaft e.V.
Filderhauptstr. 61
70599 Stuttgart
Tel: 0711 / 454 514
Fax: 0711 / 456 781 7
www.dzg-online.de
info(at)dzg-online.de

ÖAZ Österreichische Arbeitsgemeinschaft Zöliakie
Anton-Baumgartner-Str. 44/C5/2302
A-1230 Wien
Österreich
www.zoeliakie.or.at
argezoeliakie(at)chello.at

Schweizerische Interessengemeinschaft für Zöliakie
Mittlere Strasse 35
CH-4056 Basel
Schweiz
www.zoeliakie.ch
sekretariat(at)zoeliakie.ch