Lebensmittelallergien

Als Allergie wird eine überschießende Reaktion des Immunsystems auf Fremdstoffe bezeichnet, die eigentlich keine Gefahr für den Körper darstellen. Ein eigentlich harmloser Fremdstoff (wie zum Beispiel Kuhmilcheiweiß) wird vom Körper als gefährlich eingestuft. Zum Schutz bildet das Immunsystem spezifische Antikörper gegen diesen scheinbaren Fremdstoff. Dieser wird damit zum Allergieauslöser.
Es kommt zu einer Vielzahl von Entzündungsreaktionen, die beim Betroffenen körperliche Beschwerden auslösen. Symptome können Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Kreislaufversagen, Asthma, Entzündungen an Augen- und Nasenschleimhaut sowie Juckreiz und Rötungen der Haut, Neurodermitis und Entzündungen sein. Die Reaktion wird dabei nicht vom kompletten Lebensmittel ausgelöst, sondern von der Eiweißkomponente.
Der Schweregrad ist je nach Allergen unterschiedlich. Allergien auf Nüsse und Erdnüsse können bereits im Kindesalter schwere allergische Reaktionen hervorrufen.

Erdnussallergie

Die Erdnüsse gehören botanisch gesehen wie Linsen oder Soja zu den Hülsenfrüchten, nicht zu Nüssen. Sie liefern hochwertiges Eiweiß und wertvolle Fettsäuren. Auch der Gehalt an Magnesium, Kalium, Fluorid, Vitamin E und Folsäure machen sie zu wichtigen Vitamin- und Mineralstofflieferanten.

Erdnüsse weisen sehr starke Allergene auf. Die Erdnuss-Allergie ist eine der gefährlichsten Lebensmittelallergien, denn schon kleinste Aufnahmemengen (ein Mikrogramm), wie Spuren, können starke Beschwerden auslösen. Die Symptome zeigen sich u. a. in Nesselsucht, Atembeschwerden, tränenden Augen, Kreislaufproblemen, Übelkeit, Erbrechen bis hin zum schweren allergischen Schock.

Die Diagnose erfolgt anhand eines Ernährungs- und Symptomprotokolls sowie Haut- und Blutuntersuchungen. Ist eine Allergie diagnostiziert worden, müssen Erdnüsse, Erdnussöl und erdnusshaltige Speisen komplett gemieden werden. Eine allergologisch geschulte Ernährungsfachkrafthttp://www.was-kann-ich-essen.de/wissenswertes/experten/14-experten-ernaehrungsberater.html unterstützt bei der Ernährungstherapie und hilft bei der Auswahl geeigneter Lebensmittel.

Hühnerei-Eiweißallergie

Hühnerei löst neben Kuhmilch am häufigsten Lebensmittelallergien im Kindesalter aus. Sie tritt am häufigsten im ersten Lebensjahr auf und lässt mit zunehmendem Alter nach.

Bei der Hühnerei-Eiweißallergie kommt es oft zu Begriffsverwechslungen. Nachfolgend wird der weiße, klare Teil des Hühnereis als Eiklar und das Gelbe als Eidotter bezeichnet.

Allergieauslöser des Hühnereis ist nicht das Eiklar selbst, sondern unterschiedliche Proteinarten, die überwiegend im Eiklar enthalten sind. Für die Therapie der Hühnerei-Eiweißallergie ist es notwendig, Eier zu meiden. Bereits kleinste Mengen können bei hochgradigen Hühnerei-Eiweißallergikern einen allergischen Schock auslösen.

Kuhmilch-Eiweißallergie

Zu den häufigsten Lebensmittelallergien tierischer Herkunft, besonders im Säuglings- und Kindesalter, zählt die Kuhmilch-Eiweißallergie. Bis zu 7 Prozent aller Säuglinge und Kinder reagieren auf Kuhmilch und ihre Produkte. Symptome äußern sich im Wesentlichen im Verdauungstrakt (Speiseröhre-Magen-Darm) oder an der Haut, häu?g in Verbindung mit Neurodermitis. Bei den meisten Kindern verliert sich die Kuhmilch-Eiweißallergie bis zum Alter von 3 Jahren. Im Erwachsenenalter können neben Magen-Darmbeschwerden und Hautsymptomatik auch Reaktionen an den Atemwegen (Asthma) und anderen Endorganen ausgelöst werden. So breit wie das Spektrum der Symptome kann auch die individuelle Ausprägung der Kuhmilch-Eiweißallergie sein.

Ein Teil der Kuhmilch-Eiweißallergiker verträgt Kuhmilch in geringen Mengen, während bei anderen schon der Kontakt mit einem Tropfen Kuhmilch oder Spuren von Kuhmilcheiweiß in den Produkten heftigste Reaktionen auslösen können. Auslöser allergischer Reaktionen ist das Eiweiß (Protein) der Milch. Über zwanzig einzelne Proteinfraktionen werden unterschieden.

Die häufigsten Allergie-Auslöser sind das Protein Casein - besonders bei Erwachsenen - und ß-Lactoglobulin - vornehmlich im Säuglings- und Kleinkindalter.

Die Therapie der Kuhmilch-Eiweißallergie ist in erster Linie eine Ernährungstherapie. Nachdem durch den Allergologen eindeutig festgestellt worden ist, dass eine Kuhmilch-Eiweißallergie vorliegt, sollte in Kooperation mit einer Ernährungsfachkraft eine individuell abgestimmte Kost erarbeitet werden.

 

Lupinenallergie

Lupinen gehören wie Sojabohnen, Erbsen, Linsen und Bohnen zu den eiweißreichen Hülsenfrüchten. Sie sind zudem reich an Mineralstoffen und Ballaststoffen. Daher werden sie gern als Fleischersatz in der vegetarischen Küche verwendet. Lupinen sind wie Reis und Mais von Natur aus glutenfrei.

Bestimmte Eiweiße in Lupinen lösen jedoch bei immer mehr Menschen Allergien aus. Die Lupinen-Allergie kann isoliert oder als Kreuzreaktion mit Erdnüssen auftreten. Sie tritt sowohl im Kindes- als auch im Erwachsenalter auf. Schon bei kleinsten Mengen können Beschwerden ausgelöst werden bis hin zum allergischen Schock. Daher zählen die Lupine mittlerweile zu den Hauptallergenen und müssen nun auch bei verpackter Ware als Zutat gekennzeichnet werden. Durch den steigenden Einsatz von Lupinen in Lebensmitteln erhöht sich auch die Zahl der Allergiker.

Nuss-Allergie

Unter dem Sammelbegriff Nüsse (oder auch Schalenfrüchte) werden Walnuss, Haselnuss, Macadamianuss, Cashewnuss, Mandeln, Paranuss, Pekanuss, Pinienkerne, Pistazie, Esskastanie, Kokosnuss und Muskatnuss verstanden.

Alle Nüsse liefern hochwertiges Eiweiß und gut verwertbare Fette. Nüsse haben ein hohes allergenes Potential. Besonders bei Pollenallergikern spielen wegen möglicher Kreuzreaktionen Haselnüsse und Walnüsse eine große Rolle. Die Haselnuss-Allergie tritt meist zusammen mit einer Birken- und/oder Haselpollen-Allergie auf. Meist reagieren Betroffene auch auf mehrere Nüsse allergisch.

Häufig äußert sich die Allergie durch Symptome wie orale Beschwerden wie Jucken oder Brennen im Mund, anschwellende Zunge, taube Lippen und Schwellungen des Kehlkopfes. In schweren Fällen einer Nuss-Allergie können auch allergische Reaktionen wie Atemnot und Kreislaufkollaps auftreten.

Eine eindeutige Diagnose auf Nüsse ist vor allem bei Pollenallergikern schwierig, hier spielt besonders die Anamnese eine wichtige Rolle. Auffälligkeiten auf eine Nuss-Allergie lassen sich bei Haut- und Blutuntersuchungen nachweisen.

Sesam-Allergie

Der Verzehr von Sesam hat durch stärkeres Bewusstsein für gesunde Ernährung stark zugenommen. Auch in der vegetarischen Ernährung wird Sesam häufig verwendet. Sesam verbirgt sich auch hinter den Begriffen Sesamsaat oder Sesamkern. Er liefert viel Calcium, Magnesium, Kupfer und Biotin, pflanzliche Fette und hochwertiges Eiweiß. Sesam schmeckt leicht nussig.

Eine Lebensmittelallergie auf Sesam tritt vorwiegend im Erwachsenenalter auf und besteht dann lebenslang. Sesamsaat enthält verschiedene Allergene und schon bei kleinsten Aufnahmemengen sind Beschwerden möglich. Allerdings ist die allergische Reaktion des jeweiligen Patienten vom Grad der eigenen Überempfindlichkeit abhängig und nicht von der verzehrten Nahrungsmenge. Es gibt extrem empfindliche Allergiker und andere, die erst bei Verzehr einer größeren Sesammenge reagieren.

Die Diagnose bei Sesam ist schwieriger als bei Erdnüssen und Nüssen. Anamnese sowie Ernährungs- und Symptomprotokoll liefern zuverlässige Hinweise. Eine orale Provokation ist nicht mehr nötig, wenn Anamnese, Protokoll und Haut- und Bluttests eindeutig sind, da die allergischen Reaktionen sehr schwer ausfallen können.

Für die Ernährungstherapie sollte die Hilfe eines Arztes oder einer allergologisch geschulten Ernährungsfachkrafthttp://www.was-kann-ich-essen.de/wissenswertes/experten/14-experten-ernaehrungsberater.html in Anspruch genommen werden.

Soja-Allergie

Sojabohnen gehören wie Linsen, Bohnen, Erbsen und Erdnüsse zur Familie der Hülsenfrüchte. Sie haben einen hohen Anteil an hochwertigem Eiweiß und sind daher besonders in der vegetarischen Ernährung sehr beliebt.

Allerdings ist das Sojaeiweiß ein starkes Allergen. Die Soja-Allergie kommt sowohl bei Säuglingen und Kleinkindern vor, aber im Erwachsenenalter vor allem als pollenassoziierte Nahrungsmittelallergie. Da die Allergene der Sojabohne meist hitzestabil sind, werden sie von Temperatur, Sauerstoff und Fermentation kaum beeinflusst. Daher müssen Soja-Allergiker vollständig auf Soja und Sojaprodukte verzichten. Eine Ausnahme stellt Sojaöl dar (besonders raffiniertes Öl), da die Allergene durch Abtrennung des Soja-Eiweißes verloren gehen.

Allergikern ist die Verbindung zwischen Sojabohne und Beschwerden oft nicht klar. Die Symptome äußern sich durch Beschwerden im Mund- und Rachenraum, Schwellungen von Hals und Gesicht, Beschwerden des Magen-Darm-Traktes wie Durchfall und Übelkeit. Zudem können Kreislaufbeschwerden auftreten, im schlimmsten Fall bis hin zum allergischen Schock.

Zur genauen  Diagnose muss ein Ernährungs- und Symptometagebuch geführt und zudem Haut- und / oder Bluttests durchgeführt werden. Die Beratung durch eine allergologische Fachkraft hilft bei der Erstellung des persönlichen Ernährungsplanes.