Dazu wurde eine Fall-Kontroll-Studie im Rahmen einer größeren prospektiven Kohortenstudie durchgeführt, die gesunde Neugeborene (>200) mit mindestens einem Verwandten mit biopsiegeprüfter Zöliakie einschloss. Die vorliegende Fall-Kontroll-Studie umfasste zehn Fälle von Zöliakie und zehn Kontrollen, die die Krankheit nach einem 5-Jahres-Follow-up nicht entwickelt hatten.

Die fäkale Mikrobiota und die Immunparameter wurden im Alter von vier und sechs Monaten (U4 bzw. U6) untersucht und mit dem Zöliakie-Beginn in Beziehung gesetzt. Die Häufigkeit des Auftretens von Bifidobacterium longum zeigte eine signifikante positive Assoziation in der Kontrollgruppe im Vergleich zur Studiengruppe, während das Vorkommen von Bifidobacterium breve, Enterococcus spp., Clostridium innocuum, Veillonella dispar und Intestinibacter bartlettii in der Studiengruppe signifikant erhöht war.

Die Darmflora der Kinder aus Kontroll- und Studiengruppe zeigten einen unterschiedlichen Entwicklungsprozess von Firmicutes. In der Kontrollgruppe wurde zwischen U4 und U6 ein signifikanter Anstieg nachgewiesen, während bei der Studiengruppe in diesem Zeitraum keine Veränderung festgestellt wurden. Dies galt auch für Enterococcaceae und Peptostreptococcaceae.

Die Studiengruppe zeigte bei U6 eine signifikante Verringerung der sIgA-Spiegel im Vergleich zu U4. Bei der Kontrollgruppe wurde ein Anstieg von TNF-α festgestellt. In beiden Gruppen wurden keine Unterschiede in den Calprotectin-Konzentrationen beobachtet. Bei U4 zeigte die Studiengruppe höhere intestinale IL-6-Spiegel als die Kontrollgruppe, aber dieser Unterschied verschwand nach weiteren zwei Monaten. Bei U4 war der sIgA-Spiegel in der Studiengruppe positiv mit Bacteroidaceae und Enterobacteriaceae korreliert. In der Kontrollgruppe war der sIgA-Spiegel negativ mit Lachnospiraceae und Coriobacteriaceae korreliert. Darüber hinaus wurde eine positive Assoziation zwischen Firmicutes und Calprotectin gefunden. In der Kontrollgruppe wurde bei U6 eine positive Korrelation zwischen Bifidobacteriaceae und TNF-α und zwei negative Korrelationen zwischen "unklassifizierten Lachnospiraceae" und IFN-γ-Spiegeln sowie Bacteroidaceae und IFN-γ-Spiegel nachgewiesen. Die zuletzt genannte negative Korrelation wurde auch in der Studiengruppe gefunden. Insgesamt zeigte sich, dass die Darmflora der gesunden, im Gegensatz zu der Darmflora der später erkrankten Kinder, im Laufe der Zeit eine Zunahme der bakteriellen Diversität aufwies.

Die Ergebnisse deuten insgesamt darauf hin, dass Veränderungen der Darmflora in der frühen Entwicklung von Säuglingen mit einem erhöhten Zöliakie-Risiko den Immunreifungsprozess beeinflussen und die Entwicklung der Erkrankung begünstigen könnten. Es sind jedoch weitere und umfangreichere Populationsstudien nötig, um diese Hypothese zu bestätigen.

Quelle:
Gut microbiota trajectory in early life may predict development of celiac disease
Olivares, M., Walker, A. W., Capilla, A., Benítez-Páez, A, Palau, F., Parkhill, J., Castillejo, G., Sanz, Y.
Microbiome. 2018; 6: 36-46. doi.org10.1186/s40168-018-0415-6