Ballaststoffreiche Ernährung in der Schwangerschaft kann Ungeborenes vor Asthma schützen

Studien lassen vermuten, dass die typisch westliche Ernährung, welche meist viele fetthaltigere Lebensmittel und nur wenig Obst und Gemüse umfasst, das Asthmarisiko erhöhen könnte. Bereits in der Vergangenheit konnten Wissenschaftler nachweisen, dass ballaststoffreiche Kost das Asthmarisiko minimiert.

In einer aktuellen Studie wurde nun im Rahmen eines Tierversuches an Mäusen untersucht, ob das Asthmarisiko eines Kindes bereits im Mutterleib beeinflusst werden kann. Schwangeren Mäuseweibchen wurde hierbei entweder ballaststoffreiches, normales oder besonders ballaststoffarmes Futter verabreicht. Nach der Geburt ihrer Mäusejungen wurden alle Tiere anschließend wieder auf normales Futter umgestellt. Das Ergebnis zeigte, dass die Mäuse je nach Fütterungsstil eine unterschiedliche Darmflora entwickelten. Die Darmflora der ballaststoffreich gefütterten Mäuse beinhaltete dabei einen besonders hohen Anteil des Bakteriums Bacteroides acidifaciens, welches hohe Mengen an Acetat produziert. Bei Acetat handelt es sich um eine antientzündlich wirkende und Immunzellen-regulierende Fettsäure. In der anderen Kontrollgruppe konnten hingegen nur geringe Mengen an Acetat nachgewiesen werden.

Als die Mäusejungen schließlich sechs Wochen alt waren, wurde bei ihnen durch hochallergenen Kot von Hausstaubmilben Asthma provoziert. Die geringsten Anzeichen für eine asthmatische Erkrankung zeigten die Nachkommen der Mäuse, die ballaststoffreich ernährt wurden, während die Nachkommen der ballaststoffarm und normal gefütterten Mäuse deutlich stärkere Asthmasymptome aufwiesen.

Die Ergebnisse aus dem Tiermodell liefern somit Hinweise dafür, dass eine ballaststoffreiche Ernährung der Mutter während der Schwangerschaft das Kind vor Asthma schützen könnte. Dass diese Erkenntnisse auch auf Menschen übertragbar sind, konnte auch bereits mit ersten Studienergebnissen bestätigt werden.

Quelle: A. N. Thorburn et al.: Evidence that asthma is a developmental origin disease influenced by maternal diet and bacterial metabolites, Nature Communications, Juni 2015, http://www.nature.com/ncomms/2015/150623/ncomms8320/full/ncomms8320.html