Typ-2-Diabetes der Eltern kann das Diabetes-Risiko der Kinder fast verdreifachen

Wie die Ergebnisse der EPIC-Studie zeigen, könnte eine familiäre Vorbelastung das Diabetes-Risiko relativ stark beeinflussen.

Menschen, deren Eltern an Diabetes mellitus Typ 2 erkrankt sind, haben ein bis zu 2,9-fach höheres Erkrankungsrisiko als Kontrollpersonen, deren Eltern keine Diabetiker sind.

Ist nur ein Elternteil erkrankt, ist das Krankheitsrisiko 1,7-fach erhöht. Sind die Geschwister von Diabetes mellitus Typ 2 betroffen, steigt das Risiko um das 1,6-fache.

Verglichen mit dem durch das Altern hervorgerufenen Risikoanstieg entspricht dies dem Risiko einer um 10 bis 20 Jahre älteren Person. Demnach hat eine 40-jährige Person, bei der beide Elternteile erkrankt sind, das gleiche Risiko wie ein 60-Jähriger mit gesunden Eltern. Zur Bestätigung der Ergebnisse wurde die Gewichtung der Risikofaktoren mit Daten der MONICA/KORA-Studie verglichen und ergab eine hohe Validität.

Wie hoch das persönliche Risiko ist, kann jeder Erwachsene anhand eines Diabetes-Risiko-Tests bestimmen (http://drs.dife.de/test/de). Dieser im Jahr 2007 vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke bereitgestellte Test berücksichtigte bisher nicht die familiäre Vorbelastung, die jedoch das Risiko an Diabetes mellitus Typ 2 zu erkranken offensichtlich stark beeinflusst. Diese Studie soll nun die Datenlage erweitern, um den mathematischen Test zu verbessern, indem auch die familiäre Vorbelastung berücksichtigt wird.

Die Studienergebnisse zeigen, dass die genetische Veranlagung einen deutlichen Risikofaktor darstellt und gerade hier eine intensive Prävention erforderlich ist. Ein erhöhtes Risiko bedeutet jedoch nicht unweigerlich den Ausbruch der Erkrankung. Laut der Wissenschaftler eignet sich der Test besonders in Kombination mit der Messung des Blutzuckerspiegels beim Hausarzt, um das persönliche Risiko zu bestimmen. Wie auch in der aktuellen Version des Diabetes-Risiko-Tests berücksichtigt wird, hat ein gesunder Lebensstil mit ausreichend Bewegung und einer ausgewogenen Ernährung einen großen Einfluss darauf, den Ausbruch der Krankheit zu verhindern oder zu verzögern.

Quelle: K. Mühlenbruch et al.: Update of the German Diabetes Risk Score and external validation in the German MONICA/KORA study, Diabetes Research and Clinical Practice, März 2014, ehead of print, www.diabetesresearchclinicalpractice.com/article/S0168-8227%2814%2900169-7/abstract