Ballaststoffe können Lebenszeit nach Herzinfarkt verlängern

Die Forscher untersuchten den Zusammenhang zwischen Ernährungsgewohnheiten und Mortalität nach einem Herzinfarkt im Rahmen einer prospektiven Kohortenstudie. Dazu wurde auf Daten der Nurses' Health Study mit 121.700 Teilnehmerinnen und der Health Professional Follow-up Study mit 51.529 Teilnehmern zurückgegriffen. Innerhalb der Studien erfolgte eine regelmäßige Befragung der Probanden zu ihrer Lebensführung.

Aus beiden Kohortenstudien wurdenDaten von 2.258 Frauen und 1.840 Männern, die einen ersten Herzinfarkt überlebt hatten, ausgewertet. Die Teilnehmer wurden in den darauffolgenden neun Jahren begleitet. In diesem Zeitraum starben 682 der weiblichen und 451 der männlichen Teilnehmer, davon336 beziehungsweise 222 an einem Herzinfarkt oder anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen. 

Die Auswertung der Befragungsbögen zur Ernährung zeigte, dass die Probanden, die ihre Ernährung nach einem ersten Herzinfarkt auf eine ballaststoffreichere Kost umstellten, länger lebten als solche, die dies nicht taten. Ein bis zu 25 % vermindertes Sterberisiko wurde für Teilnehmer ermittelt, die sich im obersten Fünftel der Ballaststoffzufuhr befanden. Frauen im obersten Fünftel nahmen im Mittel 20,5 g Ballaststoffe zu sich, während männliche Teilnehmer täglich 27,9 g Ballaststoffe verzehrten. Für Ballaststoffe aus Getreide konnten signifikante Ergebnisse in der Gesamtsterblichkeit und der Sterblichkeit an einem Herzinfarkt oder Herzkreislauferkrankungen ermittelt werden. Die Wirkung einer ballaststoffreichen Ernährung bei Herzinfarktpatienten ist wahrscheinlich ähnlich wie die bei gesunden Menschen. Dazu zählen reduzierte systemische Entzündungen, geringere LDL-Cholesterin-Werte, eine erhöhte Insulinsensitivität, insgesamt bessere Werte des Blutzuckers sowie eine mögliche Verbesserung der Darmflora.

Aufgrund der hohen Teilnehmerzahl und genauer Befragungen konnte eine Vielzahl von anderen Lebensstilfaktoren wie der Body-Mass-Index oder körperliche Aktivität und andere Diagnosen als Ursache für die Ergebnisse der Studie ausgeschlossen werden. Die Resultate dieser Studie weisen auf die Wichtigkeit von Ballaststoffen in der Ernährung hin. Patienten, die nach einem Herzinfarkt ihre Ernährung umstellten und eine ballaststoffreichere Kost zu sich nahmen, profitierten von einem verbesserten Gesundheitszustand. Positive Effekte wurden jedoch auch für Menschen verzeichnet, die sich bereits vor einem Herzinfarkt ballaststoffreich ernährten.

Es ist jedoch zu berücksichtigen, dass Lebensmittel, die viele Ballaststoffe enthalten, meist auch reich an Vitaminen, Mineralien und Antioxidantien sind, denen ebenfalls gesundheitsfördernde Effekte zugeschrieben werden. 

Quelle: S. Li: Dietary fiber intake and mortality among survivors of myocardial infarction: prospective cohort study, April 2014, BMJ, 348, http://www.bmj.com/content/348/bmj.g2659.long