Zöliakienachsorge bei Kindern

Die Antikörperbestimmung ist für die Diagnose einer Zöliakie-Erkrankung heute sehr wichtig. Um jedoch den Erfolg einer glutenfreien Ernährung und den Status der Dünndarmschleimhaut zu bewerten, ist die Nutzung von Antikörpern umstritten. In einer aktuellen Studie wurden verschiedene Antikörper zur Vorhersage der Regeneration der Darmmukosa miteinander verglichen. Die Studie umfasste die Untersuchung von insgesamt 148 Kindern und Jugendlichen im Alter von zwei bis 19 Jahren. Bei allen Teilnehmern wurde unter Vollnarkose eine Ösophagogastroduodenoskopie vorgenommen. Bei 95 Kindern wurde dieser Eingriff zur Abklärung von vorhandenen Zöliakie-Symptomen durchgeführt, dabei waren bei 32 Kindern Zöliakie-Antikörper vorhanden. Bei weiteren 53 Kindern wurde eine Zöliakie bereits mindestens ein Jahr vor Studienbeginn diagnostiziert. Der Status der Dünndarmschleimhaut wurde nach Marsh-Kriterien bewertet. Zusätzlich wurden serologisch folgende Antikörper als Marker bestimmt:

  • Transglutaminase-IgA/IgG (TG2-IgA/IgG),
  • Antikörper gegen deamidierte Gliadinpeptide (DPG-IgA/IgG),
  • Endomysium-IgA (EMA).

Im Durschnitt lag 2,2 Jahre nach der Zöliakie-Erstdiagnose bei 87,8 % der Kinder eine regenerierte Dünndarmmukosa vor. Die Ergebnisse der Antikörperuntersuchung zeigten, dass alle verwendeten Serummarker zur Diagnose von Zöliakie geeignet sind. Um eine vollständige Regeneration der Darmschleimhaut vorauszusagen eignete sich hingegen nur EMA als Serummarker. Ein negativer EMA-Wert deutet auf einen vollständig regenerierten Dünndarm hin. Positive EMA-Werte wurden jedoch bei 18 Kindern der Nachsorgegruppe detektiert, von denen zwölf endoskopisch eine regenerierte Darmschleimhaut zeigten. Im weiteren Studienverlauf wurden neun dieser zwölf Kinder EMA-negativ getestet. Gerade bei diesen Kindern zeigte sich, dass der Beginn der glutenfreien Ernährung signifikant kürzer zurücklag als bei den Kindern, die direkt negative EMA-Werte zeigten. Die Bestimmung dieses Antikörpers scheint somit sehr sensitiv in der Überwachung der Gesundheit der Darmschleimhaut zu sein.

Negative EMA sind nur bei Kindern mit einer vollständigen Mukosaregeneration vorhanden. Daher empfehlen die Forscher den Einsatz von EMA als Marker, um den Zustand der Darmschleimhaut einzuschätzen. Dieser Antikörpertest ist relativ kostspielig, sollte jedoch zumindest in Zöliakiezentren eingesetzt werden, um eine risikoarme Nachsorge bei Kindern mit Zöliakie zu ermöglichen.

Quelle: Vécsei et al.: Follow-up of pediatric celiac disease: value of antibodies in predicting mucosal healing, a prospective cohort study, BMC Gastroenterology, 2014, http://www.biomedcentral.com/content/pdf/1471-230X-14-28.pdf.