Eine FODMAP-Diät könnte das Reizdarmsyndrom bei Kindern lindern

Das Reizdarmsyndrom tritt in der Bevölkerung recht häufig auf, bis zu 20 % der Schulkinder leiden darunter. Bei dieser Erkrankung lassen sich jedoch keine körperlichen Ursachen feststellen. Diese Funktionsstörung zeigt sich durch eine erhöhte Sensitivität des Darms gegenüber mechanischen Reizen. Betroffene leiden unter Bauchschmerzen, Blähungen, Unwohlsein im Bauch sowie Veränderungen des Stuhls. In einer klinischen Studien konnte gezeigt werden, dass eine FODMAP-reduzierte Kost bei Erwachsenen eine Linderung der Beschwerden bewirkte. Bei FODMAP handelt es sich um fermentierbare Oligo-, Di- und Monosaccharide und Polyphenole. Dies sind bestimmte Zucker wie Laktose, Fruktose, Fruktane, Galaktane und verschiedene Zuckeraustauschstoffe, die in vielen Lebensmitteln vorhanden sind. Innerhalb der aktuellen Studie wurde untersucht, ob eine FODMAP-reduzierte Diät die Symptome des Reizdarms auch bei Kindern lindern könnte.

An der Studie nahmen insgesamt 52 Kinder im Alter von sieben bis 17 Jahren teil, wovon 33 die Studie beendeten. In den ersten sieben Tagen wurden mit Hilfe eines Tagebuchs die alltäglichen Symptome protokolliert. Anschließend wurden die Kinder für zwei Tage mit einer FODMAP-reduzierten oder -erhöhten Diät versorgt, gefolgt von fünf Tagen mit der gewohnten Ernährungsweise. Danach aßen die Kinder wiederum zwei Tage FODMAP-reich bzw. -reduziert. Bei der FODMAP-reduzierten Ernährung wurden täglich 9 g FODMAP verabreicht, bei der Ernährung mit einem hohen Anteil an FODMAP nahmen die Kinder täglich 50 g dieser Kohlenhydrate zu sich.

Bei den Kindern, die sich mit der FODMAP-reduzierten Kost ernährten, gingen die Beschwerden signifikant um 20 % zurück. Außerdem wurden bei einem geringeren Anteil an FODMAP in der Nahrung signifikant weniger Blähungen verzeichnet. Auch der Wasserstoffatemtest, der als Indikator für verschiedene Magen-Darm-Störungen genutzt wird, wies signifikant verbesserte Ergebnisse auf, wenn die Kinder weniger FODMAP verzehrten. Die besten Erfolge wurden bei den Kindern verzeichnet, die zu Beginn der Studie weniger Ballaststoffe zu sich nahmen und psychisch weniger stark unter den Auswirkungen des Reizdarmsyndroms litten.

Laut der Forscher bedarf es jedoch weiterer Studien, um zu beweisen, dass eine FODMAP-Diät bei Kindern mit Reizdarmsyndrom tatsächlich helfen könnte, die Symptome langfristig zu reduzieren.

Quelle: Digestive Disease Week Annual meeting 2014, Chumpitazi B, et al: A low FODMAPS diet ameliorates symptoms in children with irritable bowel syndrome: A double blind, randomized crossover trial, http://www.gastrojournal.org/article/S0016-5085%2814%2960511-4/pdf