Zöliakie: Schützt eine glutenfreie Diät vor Arteriosklerose?

An der Studie nahmen 20 erwachsene Zöliakie-Patienten zwischen 23 und 41 Jahren teil. Alle Teilnehmer hatten erst vor Kurzem die Diagnose Zöliakie erhalten und hielten noch keine glutenfreie Diät ein. Als Kontrollgruppe dienten 22 gesunde Personen.

Vor Beginn der Studie wurden verschiedene Risikomarker (HDL-Cholesterin, LDL-Cholesterin, Triglyceride, Homocystein, C-reaktives Protein, Folsäure und Vitamin B12) bestimmt. Als Ultraschallmarker wurde die Intima-Media-Dicke (IMT) an der Halsschlagader gemessen, wodurch bereits vorhandene arteriosklerotische Gefäßveränderungen ermittelt wurden. Anschließend folgte eine 6- bis 8-monatige glutenfreie Diät, wonach die Risikomarker erneut bestimmt wurden.

Die LDL- und Homocystein-Spiegel waren bei der Anfangsmessung in der Zöliakie-Gruppe leicht erhöht, die anderen Werte wiesen keine nennenswerten Unterschiede auf. Bis auf einen erhöhten Homocystein-Spiegel, der als Indiz für ein vermehrtes Entzündungsgeschehen im Körper gilt, ließen sich Verbesserungen aller gemessenen Risikomarker beobachten.

Die Konzentration an C-reaktivem Protein sank signifikant und das Verhältnis von Gesamtcholesterin zu HDL verbesserte sich ebenfalls signifikant.

Zu Studienbeginn war die IMT der Zöliakiegruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant verdickt, was auf Gefäßveränderungen hindeutete.

Vor der glutenfreien Diät wiesen die Zöliakie-Patienten im Vergleich zu den Gesunden ein leicht erhöhtes Risiko für Arteriosklerose auf. Warum genau eine glutenfreie Diät positiv auf die Risikomarker wirkt, können die Forscher noch nicht genau sagen. Vermutlich werden durch die Normalisierung der Darmmukosa während der Diät Entzündungsprozesse im Organismus verringert.

Quelle: S. De Marchi et al.: Young adults with coeliac disease may be at increased risk of early atherosclerosis Article first published online: 3 JUN 2013 http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/apt.12360/abstract