Forscher entdecken artspezifische Allergene in Speisefischen

Fisch gehört in vielen Teilen der Welt zu den wichtigsten Lebensmitteln. Auch in den Industriestaaten steigt der Konsum stetig. Der steigende Verzehr von Fisch und Meeresfrüchten ist allerdings auch mit einem gesteigerten Allergie-Risiko verbunden. Das häufigste Allergen in Fischen und Krebsen ist Parvalbumin, ein Calcium bindendes Protein. Auch andere Proteine stehen im Verdacht an Allergien beteiligt zu sein, wie eine Gruppe von Proteinen aus dem Zellstoffwechsel namens Aldehyd-Dehydrogenasen. Ihre Rolle im Allergiegeschehen wurde bisher häufig unterschätzt und ihr Einfluss ist kaum erforscht. Wissenschaftler der Universität Leipzig, des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung und der Haukeland-Universitätsklinik Bergen haben in einem gemeinsamen Forschungsprojekt herausgefunden, dass Nahrungsmittelallergien deutlich spezifischer sind als bisher angenommen.

Ein Weg, um eine Allergie zu identifizieren, ist die Analyse des Blutserums des Patienten und der Proteine des allergieverdächtigen Stoffes. Binden die IgE-Antikörper im Serum an die Proteine des verdächtigen Nahrungsmittels, deutet dies auf eine allergische Reaktion hin.

Zunächst untersuchten die Forscher Patienten mit einer bereits diagnostizierten Allergie gegen Viktoriabarsch mittels Serumanalysen auf die Allergene verschiedener Speisefische. Unter den Probanden befand sich eine Person (Beruf: Koch) mit einer Allergie auf Viktoriabarsch. Diese entwickelte er, nachdem er mit dem Fleisch dieses Fisches in Berührung gekommen war und zuvor Lachs verzehrte. Diese Art von Kreuzallergie ist bekannt, außergewöhnlich war hingegen, dass der Proband alle anderen Fischarten ohne Probleme essen konnte. Es zeigte sich, dass eine Allergie gegen Viktoriabarsch nicht zwangsläufig auch eine Unverträglichkeit von allen Speisefischen bedeutet.

Die Proteinuntersuchungen geben neue Einblicke in Lebensmittelallergien gegen Fische. Die bisherigen Tests sind sehr unspezifisch, so die Wissenschaftler. Ein Teil der Fischallergiker kann darauf hoffen, einige verträgliche Fischarten zu finden, wenn entsprechende Testmöglichkeiten entwickelt würden.

Quelle: JM Tomm et al.: Identification of New Potential Allergens From Nile Perch (Lates niloticus) and Cod (Gadus morhua). J Investig Allergol Clin Immunol 2013; Vol. 23(3): 159-167. 
http://www.jiaci.org/issues/vol23issue3/4.pdf