Neuropathie: Erhöhtes Risiko bei Zöliakiepatienten?

Im Rahmen einer aktuellen Studie wurden Daten von 28.232 Patienten mit Zöliakie sowie die Daten von 139.473 gesunden Menschen, die sich zwischen 1969 und 2007 in medizinischen Instituten in Schweden untersuchen ließen, ausgewertet.

Die Datenauswertung zeigte, dass Zöliakiepatienten ein 2,5-fach erhöhtes Risiko besitzen an einer Neuropathie zu erkranken, als Gesunde. Lediglich bei 0,3 % der gesunden Probanden entwickelte sich eine Neuropathie, bei den untersuchten Personen mit einer Glutenunverträglichkeit waren hingegen 0,7 % davon betroffen. Auf Basis der ermittelten Kenntnisse wurde darüberhinaus festgestellt, dass sowohl der Bildungsstatus als auch Erkrankungen wie beispielsweise Diabetes, Rheuma oder Erkrankungen an der Schilddrüse ein erhöhtes Risiko mit sich bringen können. Ein Mangel an Vitaminen, wie auch regelmäßiger Alkoholkonsum, bergen ein ebenso erhöhtes Risiko an einer Neuropathie zu erkranken.

Die wissenschaftlichen Befunde zeigenauch, dass die Wahrscheinlichkeit des Auftretens dieser Nervenerkrankung innerhalb eines Jahres nach der Zöliakiediagnose am größten ist.

Auf Grund der Studienergebnisse empfiehlt sich daher insbesondere bei Neuropathiepatienten ein Screening auf Zöliakie, um mögliche Folgeschäden durch eine Glutenunverträglichkeit zu vermeiden. In weiterführenden Studien wird nun der Einfluss des Verzichtes auf Gluten bei Neuropathiepatienten genauer untersucht.

Quelle: S. P. Thawani et al.: Risk of Neuropathy Among 28 232 Patients With Biopsy-Verified Celiac Disease, JAMA Neurology, Mai 2015, archneur.jamanetwork.com/article.aspx